IFTTT – Lass das Internet für dich arbeiten

Normalerweise lest ihr hier von mir geschriebene Artikel. Heute mache ich allerdings mal eine Ausnahme und lasse Tobias Schumann, ebenfalls SEO bei Mister Spex, ran. Tobias hatte mir vor ein paar Tagen das Tool IFTTT vorgestellt. Wir wollen Euch die unglaublichen Funktionen, die dieses Tool bietet, natürlich nicht vorenthalten 🙂 Hier nun also die von Tobias recherchierten Fakten zu IFTTT:

Wissen heißt wissen, wo es steht

Allerspätestens seit dem Google Pinguin Update sollte klargeworden sein, dass der Weg zu guten Rankings nur über eine nachhaltige und gut durchdachte Strategie geht. Vor allem im Linkaufbau sollten hier langsam aber sicher Ebach’sche Züge angewandt werden. Denn wie es eben dieser Saša Ebach schon seit Jahren propagiert, kommt es immer mehr darauf an, Beziehungen zum Gegenüber aufzubauen.

Mit einer einfachen Anfrage zum Linktausch ist es eben nicht mehr getan. Auch wenn hier vermeintlich ein Link rausspringen sollte, ein Link ist im September 2012 eben nicht mehr unbedingt ein Link. Es bedarf anderer Methoden und anderer Kanäle, um letztendlich an das Ziel unserer Träume heranzukommen.

Licht am Ende des Tunnels – IFTTT als Allerheilmittel

Mit IFTTT ist nicht nur das Ende des Tunnels erreicht, sondern ein bisher unentdecktes Land eröffnet sich vor unseren Füßen: DAS INTERNET. Der Claim von IFTTT ist meiner Meinung nach absolut passend: Put the internet to work for you! Denn mit IFTTT können wir vollkommen neue Horizonte für uns entdecken. Ob und wie jeder diese neuen Möglichkeiten nutzbar macht, ist jedem selbst überlassen. Für unsere Zwecke soll es allerdings ein wenig über die automatische Steckdosen-Bedienung (mit IFTTT wäre auch das natürlich kein Problem) hinausgehen.

Fangen wir mal beim Urschleim an: Wie bei fast jedem Tool muss man sich vorab anmelden. Das geht aber ganz fix und einfach per E-Mail. Schnell noch eben verifizieren und ab geht die wilde Fahrt. Nach der Anmeldung eröffnet sich ein Dashboard.

Persönliche Aufträge (Personal Recipes) werden genauso wie die bereits aktivierten Kanäle übersichtlich dargestellt. Bereits aktiviert heißt in unserem Fall, dass dem IFTTT-Service der Zugriff zu den verschiedenen Kanälen (sei es Facebook, Twitter, Instagram) gewährt werden muss. Schließlich soll IFTTT ja genau diese Kanäle für uns „anzapfen“. Das geht aber auch ganz einfach und unkompliziert. Kurz Service auswählen, einmal einloggen, dann noch schnell konfigurieren inwieweit IFTTT auf den jeweiligen Kanal zugreifen darf und fertig ist der Lack. Mit jedem aktivierten Service eröffnen sich dann neue Möglichkeiten.

Nun liegt es an euch. Aus 51 Channels könnt ihr euch euer persönliches „Rezept“ zusammenstellen. Bei diesem Rezept legt ihr dann fest, bei welchen Parametern (IF This) was passieren soll (Then That). Für nahezu jeden Event könnt ihr euch einen Alert erstellen oder eine bestimmte Aktion einleiten. Alles in einem Tool! Ihr braucht also z.B. nicht mehr jeden Tweet auf Twitter lesen oder einen Google Alert mit einem bestimmten Keyword einrichten. Das alles erledigt IFTTT für euch. Wenn jemand auf Facebook, Twitter oder wo auch immer ein bestimmtes Keyword erwähnt, könnt ihr euch z.B. einen Alert per Mail oder auch per SMS aufs Handy schicken lassen.

Fünfjähriges Jubiläum verpasst? Nicht mit mir!

Schauen wir uns doch mal die möglichen Anwendungsbeispiele an. Wir haben es alle noch vor Augen: Der Seonaut bzw. Radio4SEO hatte sein Fünfjähriges verpennt. Der Twitteransturm war riesig, denn schließlich wollte jeder gratulieren. Auch von mir noch Glückwunsch zu diesem Jubiläum an Marco.

Solche Events wollen wir doch alle auf dem Schirm haben oder? IFTTT kann Abhilfe schaffen! Denn was sofort ins Auge fällt, ist die mögliche Verknüpfung mit dem Google Calendar. Das einfachste Szenario wäre hier einen Alert einzustellen, der dann wie folgt aussehen könnte:

„If This“ wäre in unserem Rezept der Kalendereintrag und „Then This“ wäre eine Erinnerungsnachricht ans Telefon oder wo auch immer ihr es gern hinhaben möchtet. Natürlich könntet ihr den Alert auch so einrichten, dass der jeweilige Eintrag sofort auf eurem präferiertem Kanal veröffentlicht wird. Aber uns sollte es ja zunächst einmal um die Erinnerung gehen. Wie dann darauf reagiert wird, liegt wieder an jedem selbst.

Der Date&Time Channel ähnelt dem Google Calendar zwar sehr, ist aber trotzdem noch eine extra Erwähnung wert. Auch hier gibt es wieder viele Möglichkeiten. Einfach nach besten Gewissen einrichten und z.B. täglich eine Erinnerung bekommen. IFTTT schlägt unter anderem vor, eine Erinnerung für die Zeit des Schlafengehens einzurichten. Warum nicht!?

Du hast eine Frage? Ich beantworte sie Dir!

Das Stichwort für diesen Abschnitt lautet Reputationsmanagement. Erinnern wir uns an folgende Situation (Will Reynolds lässt hier sicher grüßen):

Vor knapp sechs Monaten gab es eine Anfrage von Anna-Lena Radünz. Sie brauchte ganz dringend Hilfe beim Reifenwechsel [#frauinnot].

Nur kurze Zeit davor erkundigte sie sich bezüglich eines Fahrer ihres Umzugswagens.

Ich bin mir sicher, dass sich für beide Probleme eine Lösung finden lässt oder? Und in der großen weiten Welt des Internets werden tagtäglich unzählige Fragen gestellt. Warum also nicht einen Alert für eine bestimmte Person einstellen, um immer dann reagieren zu können, wenn mal Not am Mann oder eben der Frau ist? Will Reynolds schlug z.B. vor, sich einen Alert einzurichten, wenn ein Influencer eurer Branche in eurer Stadt ist. So könnt ihr gezielt reagieren und Aufmerksamkeit erregen.

Zur Untermauerung meines Gedanken vielleicht noch folgendes Geschehen, welches sich vor kurzem ereignete. Björn Tantau weilte zum Tag des Berliner SEO Stammtischs in Berlin und als Stefan davon Wind bekam, versuchte er alsbald, Björn für den Stammtisch zu gewinnen. Warum diesen Prozess nicht optimieren?

Auch das ist absolut simpel: Kurz den zu (ver)folgenden User auswählen, Trigger festsetzen und dann nur noch den Kanal festlegen, auf dem ihr eure Benachrichtigung für den Fall der Fälle haben wollt. Schon seid ihr immer darüber informiert, wenn irgendwer irgendwann irgendwo ist.

Das Ganze kann der pfiffige Linkbuilder auch für seine beruflichen Zwecke nutzen. RSS Feed, WordPress oder Blogger sollten hier die wichtigsten Kanäle sein. Es gilt wie immer eine Regel: Festlegen, was ihr braucht – in diesem Fall wohl ein bestimmtes Keyword – und wenn das dann in einem dieser Kanäle auftaucht, wird die Welt von IFTTT in Bewegung gesetzt. So seid ihr garantiert an vorderster Informations-Front.

Überblick verloren? Mit System zum Ziel!

Tracking ist das A und auch das O im Online-Business. Aber bei unserer schnelllebigen Zeit ist es nicht so leicht, den Überblick zu bewahren. Facebook, Twitter, Instagram, Flickr, Foursquare oder auch Pinboard sind einige der Kanäle, die von IFTTT getracked werden können.

Hier bietet es sich an, die gesammelten Daten bei Google Calendar oder bei Dropbox zu hinterlegen. Ihr könnt z.B. eure eigenen Tweets, die Tweets von bestimmten Usern oder oder oder tracken. So lassen sich dann über einen gewissen Zeitraum die verschiedensten Daten sammeln. Wer ist wann wo aktiv? Ist es eher früh oder eher abends? Sollte ich – wenn ich über Thema XY einen Artikel veröffentliche – ihn lieber am Donnerstag oder am Montag live stellen? Eher über Mittag oder doch zwischen 9 und 10Uhr? Wie kann ich wo am meisten Traffic auf meine Seite holen? Fragen über Fragen, die mit einem konsequenten Trackingsystem sicher beantwortet werden können.

Zwei Kanäle stechen hierfür ins Auge: Dropbox legt eine Datei in einem bestimmten Ordner (dieser wird natürlich zuvor selbst festgelegt) an und Google Calendar trägt alle Aktivitäten sauber und ordentlich in die jeweilige Spalte im Kalender ein. Natürlich gehören zu einem vollständigen Tracking noch eine ganze Menge mehr Daten, aber ich denke, dass mit IFTTT ein solider Grundstein gelegt werden kann.

Fazit:

IFTTT bietet meiner Meinung nach viele hervorragende Möglichkeiten, das Internet in seiner ganzen Bandbreite zu entdecken und zu nutzen. Es können bereits bestehende Kontakte gepflegt und/oder neue Kontakte gewonnen werden. Mit Keyword oder Event Recipes seid ihr stets auf dem neuesten Stand. Ihr müsst nicht stetig auf vielen verschiedenen Kanälen aufmerksam dabei sein, sondern könnt mit Hilfe von IFTTT alle relevanten Daten kumulieren. Das eine oder andere clever angelegte Rezept kann den Unterschied machen. Ob Ideen für eure neuen Blogposts oder potentielle Linkpartner – ihr habt die Wahl. IFTTT ist euch bei eurer Entscheidungsfindung auf jeden Fall ein treuer und sehr nützlicher Begleiter.

Habt ihr schon Erfahrungen mit IFTTT gemacht? Schon ein paar Rezepte angelegt und geteilt? Ich freue mich auf euer Feedback!

2 Antworten auf „IFTTT – Lass das Internet für dich arbeiten“

Ein schöner Blogartikel. Das Tool werde ich mir direkt doch mal die nächsten Tage ansehen. Bin gerade sowieso am Testen von einigen Tools.

Unten im Footer in deinen Recent Tweets kommt eine Fehlermeldung.

Also ich habe mit ifttt ein dauerhaftes Problem und bin mal gespannt, ob jemand eine Lösung weiß:
Beschreibung: Ich habe bei google einen Blog.
Zusätzlich habe ich bei FACEBOOK ca. 250 FANPAGE und bei TWITTER inzwischen die gleiche Anzahl an accounts.
Natürlich habe ich auch 250 ifttt Konten angemeldet.
Alles in allem viel Arbeit, aber geschafft.

Ich poste über google blog eine Nachricht und wähle über Label auch einzelne Gruppen (z.B. einen Ort) aus, die dann durch die if-Rezepte auf einige Facebookseiten verteilt werden sollen.

Manchmal klappt es, aber nicht komplett, weil ich von ifttt immer wieder die Meldungen bekomme:

„Your Blogger Channel is offline. It might be that you’ve changed a username, password or some other information recently. “
These Recipes will not work until you bring the Channel back online: ……“

Anschließend muss ich bei diesem ifttt-Konto wieder online gehen…… und da steht dann bei dem entsprechenden Rezept:
„This Recipe will not work until you reactivate your Blogger Channel.“

Also gehe ich auf

und beim Reaktivieren von google blogger kommt dann die Zusatzmeldung: „Wichtiger Hinweis: Die Unterstützung von OAuth1 für Google-Konten endet am 20. April 2015.“

Bei den näheren Informationen steht dann:
„Ende der Unterstützung von OAuth 1.0 für Google-Konten

Manche Anwendungen und Websites nutzen OAuth 1.0 zur Authentifizierung bei Nutzeranmeldungen und für den Zugriff auf Daten, für die Sie eine Zugriffsberechtigung erteilt haben. OAuth 1.0 wurde durch OAuth 2.0 ersetzt. Ab dem 20. April 2015 wird OAuth 1.0 für Google-Konten nicht mehr unterstützt.

Falls Sie über einen Warnhinweis auf diese Seite gelangt sind, bedeutet dies, dass Sie eine Anwendung oder Website mit OAuth 1.0 verwenden und möglicherweise von dieser Änderung betroffen sind. Weitere Informationen erhalten Sie in der Hilfe der betreffenden Anwendung oder beim entsprechenden Support.

Wenn Sie der Entwickler einer Anwendung sind, die OAuth 1.0 nutzt, migrieren Sie bitte bis zur Einstellung der Unterstützung zu OAuth 2.0. Informieren Sie sich hier über die Migration zu OAuth 2.0 und den Zeitplan für die Einstellung der OAuth 1.0-Unterstützung.“

Hierzu ein paar Fragen an aller USER:
1. Weiß jemand, ob ifttt auf OAuth 2.0 umstellt?
2. Frage:
Warum gehen die Blogger Channel Anbindungen bei ifttt immer wieder off?

Danke für die Hilfe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.